Ist ich's, bist er's oder bin du's?
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Gestern habe ich die Verfilmung von "American Psycho" angesehen. Ich habe gelesen, dass das Projekt ursprünglich von David Cronenberg mit Brad Pitt in der Hauptrolle hatte verfilmt werden sollen, aber jetzt spielt irgend so ein komischer Typ (ich glaube, es ist Christian Bale) die Hauptrolle, und Cronenberg ist auch abgesprungen. Der Film ist ähnlich langweilig wie auch das Buch es über hunderte Seiten ist, dann aber auch noch harmlos und kreuzbrav. Meine Lieblingsstelle im Buch (wo Bateman auf Urlaub in die Hamptons fährt und sich eine Qualle zu Abend brät und seiner Freundin, während sie schläft, einen Lampenschirm über das Gesicht stülpt) wurde ausgelassen; ebenso sind die Gewaltszenen gegenüber dem Buch entweder sehr stark entschärft oder gleich ganz weggelassen worden.
Das gereicht dem Film zum Nachteil. Gewiss mag jetzt mancher das Argument anführen, es wolle doch - ernsthaft betrachtet - niemand sehen, wie zahlreiche Prostituierte ausgewieden und noch einiges anderes mehr werden oder wie der Hauptdarsteller beim Betrachten von Gewaltfilmen onaniert. Das stimmt wohl (?), aber da das Buch, von fünfhundert Seiten Geseier drumherum abgesehen, ehrlich betrachtet auch aus nichts anderem besteht - warum sollte man dann ausgerechnet nur das Geseier drumherum verfilmen, anstelle sich halt einen anderen Stoff zu suchen? Naja, wird mancher sagen, das Buch ist ja eine Satire über das oberflächliche Leben der High Society heutzutage und hat außer dem kranken Zeugs auch noch geistigen Anspruch; wenn wir das kranke Zeugs weglassen, haben wir also einen Film, der reinen geistigen Anspruch verkörpert. Also gut, seien wir realistisch, wir leben ja nicht mehr in den 70ern, wo noch jede Woche neue Zombie- und Kannibalenfilme auf dem Programm standen. Aber es wäre doch reizvoll gewesen, einen superkrassen, mega-ekligen Schlachterstreifen zu drehen, der durch satirisches Geseier drumherum zur Poesie geadelt wird.
Hätte mir jedenfalls besser gefallen.
2.10.06 15:40


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THE BLACK DAHLIA
Verfilmung des bekannten Krimis von James Ellroy um den Mord an einem Filmsternchen im Hollywood der 40er. Nachdem David Fincher als Regisseur abgesprungen war, inszenierte Brian de Palma die Geschichte voll Obsession und Gewalt als gewagte, aber reizvolle Mischung aus klassischem Studio-Noir und 80er-Jahre-Thriller. Josh Hartnett und Scarlett Johanson sind fehl am Platze, der furiosen Ellroy-Verfilmung "L.A. Confidential" kann "Black Dahlia" nicht das Wasser reichen - aber ein cooler, handwerklich und optisch bemerkenswerter Neo-Noir ist er allemal.

DEUTSCHLAND. EIN SOMMERMÄRCHEN
Sönke Wortmann hatte immer die Kamera dabei, als Jürgen Klinsmanns Mannen die diesjährige WM bestritten. Jetzt kann man sich ankucken, was hinter den Kulissen gelaufen ist: Lehmann nackt nach dem Duschen, Podolski im Slip, Löw denkt sich die Taktik aus und Klinsmann brüllt rum. Die überaus heitere Doku-Soap ist aber vor allem deshalb mal was ganz anderes, weil sie unheimlich nah dran am Geschehen ist.

WHOLETRAIN
Drama über Jugendliche, die Züge mit Graffiti bezieren. Bösartig könnte man sagen, "Wholetrain" sei eine Art deutsche Variante von "Kids" mit Sprayern statt mit promiskuitiven Junkies, aber das ist, wie gesagt, bösartig. Gut ist er trotzdem nicht, vor allem weil überfrachtet und (wie übrigens allzu viele Jugendfilme) gekünstelt authentisch.
4.10.06 22:48


Ab morgen am Start

DER TEUFEL TRÄGT PRADA
College-Abgängerin sucht eine Arbeit in der Journalismus-Branche und landet, selbst modisch uninteressiert, ausgerechnet in der Redaktion des angesagtesten Modemagazins der Welt - als Assistentin der launischen und dauerindignierten Chefredakteurin (Meryl Streep). Der Spießrutenlauf durch die absatzklappernde Glamourwelt will mal witzig sein und mal ernst; primärer Zweck ist aber offensichtlich, möglichst viel tolle Klamotten zu zeigen (nicht umsonst gefallen sich P&C als Sponsoren des Films). Die satirischen Töne sind mehr als harmlos.
11.10.06 23:55


Die Filme, die morgen anlaufen, habe ich mir wirklich sämtlich gespart.
18.10.06 22:25


Diese Woche

EIN FREUND VON MIR
Karl (Daniel Brühl), introvertierter Versicherungsmensch, wird vom Vorgesetzten undercover zum Recherchieren in eine Mietwagenagentur versetzt. Dort wird er augenblicklich vom proletenhaften und durchgeknallten Hans (phantastisch: Jürgen Vogel) angeklettet - und wird ihn auch nicht mehr los. Die vor allem visuell gekonnte Tragikomödie ist zwar trotz ihrer Kürze einen Tick zu lang, aber mitunter erstaunlich witzig.

MIT HERZ UND HAND
Der kauzige Neuseeländer Burt Monroe (Anthony Hopkins) ist zwar schon alt, will aber ums Verrecken mit seiner steinalten Indian in Utah am Motorradrennen teilnehmen. Seine Reise in die Staaten gestaltet sich als komischer Trip im Stil des klassischen Erzählkinos, Anthony Hopkins spielt grandios auf. Man könnte den Film fast als richtig gut durchgehen lassen, wenn der Musikeinsatz nicht so furchtbar missraten und schluchzig wäre.

NO. 2
Und noch einmal Neuseeland. Diesmal hat Nana Maria, die fidschistämmige alte Matriarchin einer gemischtkulturellen Familie die fixe Idee, spontan ein Familienfest zu schmeißen und scheucht ihre ganze Sippe umher, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Der amüsante Familienfilm ist zwar handwerklich nicht wirklich gut gemacht, dafür ist Ruby Dee als herrische Oma ein großer Wurf.
26.10.06 21:28





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